Raumakustik Fallstudie

Die Folgende Fallstudie zur Raumakustik soll dazu dienen zu beschreiben, wie ein typischer Raum getestet, geplant und akustisch behandelt werden kann, um die bestmögliche Klangwiedergabe zu erreichen.

Der Raum: 

  • 4m Breite x 4,5m Länge x 2,7m Höhe
  • 3,8m x 1,6m Fenster an der Rückwand und der Seitenwand
  • 1,8m x 2,2m Glass Schiebetür an der vorderen Wand
  • 1,8m x 2,2m Fenstertür an der rechten Wand
  • Eine 1,6 Zentimeter dicke Lage Rigips über Metallpfeilern. Alle Wände sind ausgefüllt mit Sprühdämmung. 0,8m Kriechkeller unter dem Raum.
  • Holzboden

Das Equipment: 

  • dBX RTA-M Messmikrofon
  • Soundcraft M12 mixer, lineare Preamps
  • Ein Mikrofonstativ
  • Zwei JBL LSR4328 Lautsprecher
  • SSL XLogic Wandler
  • Room EQ Wizard (kostenloser Download)

Das Ziel: 

Das Ziel war simpel: einen schlechten Raum in einen guten Raum verwandeln unter der Zuhilfenahme von akustischen Maßnahmen und der richtigen Platzierung des Equipments. Mit schlechtem Raum meine ich so schlecht wie möglich. Wie man schon an den Maßen erkennen kann, ist der Raum quasi ein Quadrat und auch wenn das ganze Glas im Raum bezogen auf die tiefen Frequenzen kein Problem darstellt, tut es dies definitiv in den Mitten und Höhenbereichen.

Der Ablauf: 

Ich habe alle Akustikmodule aus meinem Raum entfernt und erst einmal eine Startmessung gemacht. Danach habe ich Akustikmodule hinzugefügt und mich von einem zum nächsten Raumbereich vorgearbeitet. Ich habe die lange erprobten und effektiven Akustikmodule von GIK Acoustics verwendet. Alle Module sind mit Mineralwolle aufgebaut mit einer Dichte zwischen 48 Kg pro Kubikmeter bis hin zu 70 Kg pro Kubikmeter abhängig von der Tiefe der Module.

Raumeinrichtung Messung 1: 

Keine Akustikmodule:

Es gibt eine klare Absenkung von 25 dB bei 70 Hz, eine Absenkung um 14 dB bei 100 Hz, eine Resonanz bei 280 Hz und ein 14 dB Tal bei 700 Hz. Grundsätzlich sind außerdem die Nachhallzeiten zu lang.

room setup

room setup

Raumeinrichtung Messung 2: 

GIK 244 Bassfallen vom Boden bis zur Zimmerdecke in den Rückseitigen Raumecken.

Hier war das Ziel, die tieffrequente Wiedergabe im Raum zu verbessern, sowie die Nachhallzeiten zu optimieren. Alle Absenkungen ab 150 Hz sind nun um 2-4 dB verbessert worden. Der 700 Hz bis 1 kHz Bereich und die Höhen sind etwas glatter. Auch die Nachhallzeit hat sich verbessert.

 

room setup

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Raumeinrichtung Messung 3:

GIK 244 Bassfallen vom Boden bis zur Zimmerdecke in den vorderen Raumecken sowie 2 GIK 242 Akustikmodule an der vorderen Wand um den Bereich unterhalb 250 Hz weiter zu dämpfen und die Nachhallzeit noch mehr zu verbessern.

1 dB Verbesserung der 70 Hz Absenkung und weitere Dämpfung im 150 – 700 Hz Bereich. Auch der Bereich zwischen 1.2 kHz und 4 kHz ist wesentlich glatter. Der 6 – 20 kHz ist fast flach. Weitere Verbesserung der Nachhallzeit besonders im 80 Hz Bereich.

room setup

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Raumeinrichtung Messung 4:

5 GIK Monster Bassfallen an der Rückwand. Die Sitzposition wurde 30 Zentimeter nach hinten verschoben. Die Lautsprecher wurden 18 Zentimeter weiter auseinander gestellt. Der Grund für diese Aufstellung war die Notwendigkeit einer starken Verbesserung unter 200 Hz. Auch vermutete ich, dass das Bedecken von möglichst viel Glas die Höhen weicher machen würde. Das Zurückbewegen der Abhörposition war ein kalkuliertes Risiko um zu sehen, ob ich ganz oder teilweise aus der Zone, in welcher die 70-80 Hz Mode entsteht, verschwinden könnte. Es hat sich gelohnt.

Die 70 Hz Absenkung wurde um 8 dB verbessert, der 80 Hz Peak um 2 dB vermindert, auch die unteren mitten sowie der 700 Hz bis 1 kHz Bereich wurden geglättet. Leider ist eine neue Absenkung um 1.7 kHz entstanden. Die Messungen lassen vermuten, dass diese durch Kammfilter erzeugt durch die Konsole entstanden ist. Die Höhen sind allerdings immer noch sehr ausgeglichen. Die Nachhallzeit hat sich weiter verbessert, vor allem bei 40 und 80 Hz.

room setup

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Raumeinrichtung Messung 5 (Bitte beachten Sie die Änderung der Skala) 

4 weitere GIK 244 Bassfallen an den Erst- und Zweitreflektionspunkten angebracht; zwei GIK 244 Bassfallen über der Abhörposition sowie 2 weitere 242 Module kurz vor dem Erstreflektionspunkt. Abhörposition weitere 15 Zentimeter nach hinten verlegt. Ich habe bemerkt, dass das Zurückverlegen der Abhörposition die Problematik um 70-80 Hz dramatisch verbessert hat und entschied mich deshalb, noch weiter zurück zu gehen und zu sehen, ob ich noch bessere Ergebnisse erzielen könnte.

Sehr starke Verbesserung. Die Anhebung um 44 Hz wurde um rund 2 dB verbessert. Die Absenkungen im 50 – 100 Hz Bereich haben sich jeweils um 6-8 dB verbessert. Die größte Veränderung ist die extreme Verbesserung zwischen 100 Hz und 3,4 kHz obwohl immer noch Kammfilter durch die Konsole auftreten und eine Absenkung bei 15 kHz besteht, an welcher gearbeitet werden sollte. Obwohl die Nachhallzeiten immer noch wesentlich gleichmässiger sind als zu Anfang, hat das Zurückverlegen der Abhörposition im Raum zu einer längeren Nachhallzeit bei 80 Hz geführt. Der 40 Hz Bereich ist immer noch besser als in den ersten 3 Wasserfall Abbildungen.

room setup

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